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"Großer Konzern mit kleinem Verantwortungsbewusstsein"

Zum geplanten Steinkohlekraftwerk bei Arneburg hat Wilfried Padelt aus Havelberg folgende Meinung. Er weist u. a. auf die Gefahr hin, die von radioaktiven Feinstäuben der Kohlekraftwerke ausgeht.

Beim Hinterfragen gängiger Parolen von Politik und Wirtschaft stieß ich auf Raimar Gilsenbach, einen verstorbenen Schriftsteller, Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten der DDR. Er beschreibt, worüber Politiker streiten und Wissenschaftler cool bleiben, aber für uns von existenzieller Bedeutung sein wird:

"Lassen wir die Natur unverändert, können wir nicht existieren. Zerstören wir sie, gehen wir zugrunde. Der schmale, sich verengende Gradweg zwischen Verändern und Zerstören wird auf Dauer nur einer Gesellschaft gelingen, deren Ethik sich im Eins-sein mit der Natur empfindet."!

Und das ist des Pudels Kern. Schließlich würde das Steinkohlekraftwerk bei Arneburg, sofern es gebaut werden sollte, etwa neun Millionen Tonnen CO2 jährlich emittieren. Weiter kommen Tausende Tonnen an gesundheits- und umweltbelastenden Stickoxiden, Feinstaub, Schwefeldioxid und giftigen Schwermetallen hinzu - man kann dies nicht oft genug wiederholen!

Zudem emittieren Steinkohlekraftwerke um das siebenfache mehr radioaktive Stoffe als Kernkraftwerke bei störungsfreiem Betrieb. Damit erhöhen sie die Umweltradioaktivität in einem größeren Maße als Atomkraftwerke, wie bereits eine Studie der Uni Siegen aus dem Jahre 1981 zeigt.

"Bei vergleichbarer Erzeugung elektrischer Energie geben Steinkohlekraftwerke mehr radioaktive Stoffe an die Umwelt ab als Kernkraftwerke bei störungsfreiem Betrieb", so auch Prof. Dr. Claus Grupen, Physiker und bis 2006 Dekan des Chemifachbereichs der Universität Siegen.

Eine Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie) des Bundesamtes für Strahlenschutz aus dem Jahre 2007 belegt, dass das Risiko, an bösartigen Tumoren zu erkranken, bei Kindern unter fünf Jahren, die in einem Umkreis von fünf Kilometern von Atomkraftwerken leben, um 120 Prozent für Leukämie und um 60 Prozent für andere Tumorarten steigt. Sie bestätigt weiterhin erhöhte Krebserkrankungen bei unter 15-jährigen Kindern im Bereich von fünf bis 50 Kilometern um Atomkraftwerke. Dies also alles bereits bei deutlich geringerer radioaktiver Belastung als im Umfeld von Kohlekraftwerken! Da aber bisher kein kausaler Zusammenhang zwischen Strahlung und Erkrankung hergestellt werden konnte, d.h. mit anderen Worten, man weiß zwar, dass es so ist, man weiß aber nicht genau warum, dürfen sowohl Atomkraftwerke als auch Steinkohlekraftwerke weiter betrieben werden. Die Kohle diktierte einst die explosionsartige Entwicklung der Gesellschaft in den Bereichen der Industrie, der Städte und auf dem Land und führte zu einer beispiellosen Umweltzerstörung. Wälder gingen zugrunde, die Bauern beklagten Ernteausfälle. In der Folgezeit nahmen auch Erkrankungen an Leukämie, Krebs, Rachitis und Blutbildveränderungen stark zu. Die Luftverschmutzung war zeitweise so gravierend, dass der Himmel sich tagsüber an Kraftwerksstandorten verdunkelte und die Sichtweite eingeschränkt war. Dies ist heute nicht mehr so. Die Gefahren lauern gerade dort, wo man sie optisch nicht mehr wahrnimmt, wie beim Feinstaub oder der Strahlung. Wir wissen, die Strahlen aus der Kohle sind freigesetzte Isotope der Elemente Uran, Thorium, Radium, Blei und Polonium. Es handelt es sich hier um zusätzliche Strahlenbelastungen zur natürlich vorhandenen Radioaktivität. Und wir wissen, dass die radioaktiven Emissionen dem Menschen schaden können.

Während immer wieder die Flugasche aus Steinkohlekraftwerken verharmlost wird, diese als unbedenklich für die Baustoffindustrie abgegeben wird, wurden bereits zwischen 1960 und 1970 in den USA etwa 1100 Tonnen Uran aus Kohleasche gewonnen. So beauftragte 2007 die chinesische National Nuclear Corp die kanadische Firma Sparton Resources, in Zusammenarbeit mit dem Beijing No.5 Testing Institute, Versuche durchzuführen, Uran aus Kohleasche zu gewinnen. Der Urangehalt von Steinkohleasche kann über dem Urangehalt mancher Uranerze liegen.

Und nicht nur der schönen Landschaft zuliebe, sondern der radioaktiven Feinstäube wegen, wurden die riesigen Abraumhalden der SDAG-Wismut im Raum Gera/Ronneburg in Ostthüringen abgetragen, im tiefsten Tagebau Europas verfüllt, und ein Makel der Zivilisation bei Gera begraben. Unsere dünn besiedelte Region, die selbst keinerlei Bedarf für Strom aus einem neuen Kraftwerk hat, lebt im erheblichen Umfang vom Fremdenverkehr, der Landwirtschaft und kleinen und mittleren Betrieben. Entsprechend reicht der Protest gegen das Vorhaben bis in die Ortsverbände von CDU und SPD hinein, deren Landesminister in Magdeburg jedoch nach wie vor für das Kohleprojekt eingenommen sind.

RWE erwartet eine Genehmigung für das nächste Jahr. Also sollen, wie es aussieht, schnelle Entscheidungen her, ohne genauere Prüfung und Diskussion.

Darum ist hier jeder gefragt, dem es um unsere Gesundheit und Lebensqualität und auch um die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder geht, denn das Vorhaben von RWE liegt nicht auf Eis!

Quelle : Altmarkzeitung vom 23.10.2009

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